Referent*innen 2017

 

Friederike Habermann

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Das Thema: Wie Macht und Herrschaft uns durchdringen. Und wie wir uns gemeinsam davon befreien.
Der Mensch sei egoistisch und konkurrent, heißt es – und vielfach stimmt das auch. Doch der homo oeconomicus bildet nicht nur den heutigen Menschen ab, er formt uns auch. Wie kam es dazu? Wer profitiert davon? Und wie können wir uns davon befreien?

Der wunderbar lakonische Satz der rebellischen Zapatistas in Mexiko, „Wir müssen die Welt nicht erobern, es reicht, sie neu zu erschaffen. Durch uns. Heute.“ verweist auf die Bedeutung unseres täglichen Handelns hierfür. Beginnen können wir mit „Halbinseln gegen den Strom“, das heißt mit Räumen anderer Selbstverständlichkeiten, in denen das Neue in die Welt kommt und uns verändert. Tatsächlich lässt sich seit einigen Jahren beobachten, wie immer mehr Menschen beginnen – in ihrem Alltag oder in sozialen Bewegungen – sich im Sinne einer Welt nach Bedürfnissen und Fähigkeiten (‚Ecommony‘) zu organisieren.

Zur Person: Friederike Habermann ist Autorin, Aktivistin und freie Akademikerin, zudem Volkswirtin, Historikerin und Dr. phil. in politischer Wissenschaft. Ihr besonderes Interesse gilt dem Verwobensein von Ökonomie mit anderen Herrschaftsverhältnissen sowie nichtkapitalistischem Wirtschaften. Ihr jüngstes Buch: „Ecommony. UmCare zum Miteinander“, Ulrike Helmer-Verlag 2016.

Florian Rommel

Das Thema: Die Ökonomisierung von Bildung und entstehende Freiräume. Wie kommt es zu der Welt, in der wir leben? Was passiert einfach? Wo wird darüber bewusst entschieden? Wie können wir uns [angesichts von zunehmend ökonomisierten Bildungslandschaften] in und aus Freiheit bilden? Diese Frage soll am Beispiel der Cusanus Hochschule bewegt werden.

Zur Person: Florian Rommel hat in Bayreuth „Philosophy & Economics“ und an der jungen Cusanus Hochschule „Ökonomie & Gesellschaftsgestaltung“ studiert. Den Aufbau der Hochschule begleitet er nun seit über drei Jahren. Er forscht zur Wirkung ökonomischer Theorie auf Gesellschaft und lebt bei Bonn in einem ökologisch sanierten Hausprojekt des „Freiraum Alfter e.V. “

Bertrand Stern

Die Themen:  Sind ´Kinder´ wirklich auch Menschen? ´Kinder in der demokratischen Gesellschaft.
Und: Frei-Sich-Bilden – ein radikaler Ausbruch aus der Beschulungsideologie

Zur Person: “Freischaffender Philosoph”: mit dieser Bezeichnung möchte ich zweierlei zum Ausdruck bringen: die Freiheit meiner – an keine Institution gebundenen – philosophischen Aktivität; und das “Freischaffende” als Selbstverpflichtung zu einer kritischen und “Freiheit schaffenden” Reflexion.Bei all seinem Tun glaubt er an die Würde des Subjekts: Menschen sind also keine Objekte, die man nach Belieben formen kann; sie sind als Subjekte fähig, selbstbestimmt mit ihrem Dasein umzugehen.

Melanie Krause


Das Thema: Was ist politisch? Was tun wir, wenn wir politisch handeln? Ist wirklich jeder Einkaufszettel ein Stimmzettel oder habe ich nur alle vier Jahre mal eine Wahl? Besteht „die Politik“ bloß aus weit entfernten Menschen in irgendwelchen Gremien oder ist doch auch das Private politisch? Und kann man überhaupt unpolitisch sein?

Solche und weitere Fragen werden wir in diesem Workshop diskutieren. Melanie wird ein wenig Input in Form von Beispielfällen oder Zitaten geben und die Debatte moderieren; das Wichtigere aber wird sein, dass jede*r selbst mal seinen*ihren Begriff vom Politischen näher betrachtet und möglicherweise weiterentwickelt.

Die genaue Form des Workshops hängt von der Teilnehmerzahl ab, es soll aber jede*r irgendwie zu Wort kommen können. Wir freuen uns auf einen spannenden und gern auch kontroversen Nachmittag und einen guten Einstieg ins Politische Labor!

Zur Person: Melanie Krause hat Philosophie, Politikwissenschaft und Soziologie studiert und dabei immer versucht, sich mehr mit Politischer Philosophie zu beschäftigen, als das Vorlesungsverzeichnis es hergab. Sie ist unter anderem immer mal wieder im Freiraum aktiv und diskutiert sich auch dort gern den Mund fusselig.

 

Sebastian Schönauer

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Das Thema: Das Recht auf Wasser und die Gefahren der Privatisierung

Zur Person: Der Kommunalpolitiker aus Leidenschaft ist seit der Gründung der Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung – IKT – in Bayern im Jahr 1986 deren Landesvorsitzender. Das Lebensziel des BN -, BUND – und Attac – Mitglieds ist es, einen eigenständigen Beitrag zum „Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen“ (Wasser, Boden, Luft), auch eingedenk der Verantwortung für die kommenden Generationen …“ – wie im Artikel 141 der Bayerischen Verfassung ausdrücklich gefordert – zu leisten.

Tobi Rosswog

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Das Thema: Tobi Rosswog erzählt aus den zweieinhalb Jahren Erfahrung seines geldfreien Lebens – Ein Leben außerhalb von Verwertungslogik, Leistungsdruck und Selbstoptimierungswahn. Welche inspirierenden Perspektivwechsel gab es? Welche Herausforderungen? Was hat ihn zum Umdenken angeregt und was begeistert? Durch Erfahrungen und gelebte Praktiken soll auch die Philosophie und Idee eines geldfreieren Lebens skizziert werden.

Zur Person: Tobi Rosswog initiierte das Projekt- und Aktionsnetzwerk living utopia und verwirklicht damit Mitmachräume für den gesellschaftlichen Wandel nach den begleitenden Motiven vegan, ökologisch, solidarisch und geldfrei. So unter anderem den Mitmachkongress utopival oder auch die Utopie-Ökonomie-Konferenz UTOPIKON.

Amelie Ender

A.Ender

Das Thema: Arbeit nimmt einen Großteil der Lebenszeit in Anspruch und zusätzlich verschwimmt die Grenze zur Freizeit. Wie kann also freie Zeit gesichert werden? Und kann der Beruf als Selbstverwirklichung Teil der Freizeit werden? Amelie Ender stellt mögliche Lösungsansätze von Paul Lafargue und Herbert Marcuse vor, die mitunter als Vorläufer des bedingungslosen Grundeinkommens interpretiert werden können.

Zur Person: Sie absolvierte in Würzburg den B.A. in „Philosophie“ und „Political and Social Studies“ und setzt nun ihr Philosophiestudium an der Freien Universität Berlin fort.

Jan Raulf

Das Thema: Wir führen ein einsames Leben, umgeben von billigen Wegwerfprodukten, ein Leben, in dem wir für alles, was wir benötigen, bezahlen, und niemand anderen wirklich brauchen, um unsere materiellen Bedürfnisse zu erfüllen. Wir haben verlernt, Dinge selber zu machen, unsere Fähigkeiten mit unseren Mitmenschen zu teilen und Gemeinschaft zu erleben. Und genau hierin liegt der Ausweg aus den Krisen unserer Zeit, der Auflösung von Gemeinschaft, der Ressourcen- und Energieverschwendung, der ökologischen Zerstörung. Ein weniger an Geld ausgerichtetes Leben bedeutet nicht ein weniger an Lebensqualität, wenn wir wieder Dinge kostenlos füreinander tun. Jan stellt Charles Eisensteins Gedanken über gesellschaftlichen Wandel aus dessen Buch „Die Ökonomie der Verbundenheit“ vor.

Zur Person: Jan hat Geoökologie (B.Sc.) in Bayreuth studiert und lebt in Würzburg.

Ulrike Meißner

Das Thema: Enkeltauglich gestalten mit Permakultur – eine Kurzvorstellung

Zur Person: Ulrike Meißner ist Dipl.-Ing. (FH) Ökologie und Umweltschutz und Permakultur-Designerin. Sie ist freie Redakteurin und Autorin u.a. für „Oya – anders denken. anders leben“ sowie „Wohnung und Gesundheit“. Außerdem leitet sie Kurse, ist Tutorin und aktiv im Weiterbildungsteam der Permakultur Akademie. Privat lebt sie mit ihrer Familie, Schafen, Kaninchen und Bienen, sowie einem sich entwickeln Gartengelände auf einem Resthof bei Meißen in Sachsen.

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